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Gertrud Hirschhäuser
Gertrud Hirschhäuser
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Ausgezeichneter Nachwuchs in der hessischen Metall- und Elektroindustrie:

23.02.2017
Sieger im Innovationswettbewerb „M+Eine Zukunft“ prämiert / Von Ausbildung 4.0 bis Arbeitssicherheit 4.0 - die Digitale Transformation auf dem Vormarsch

Frankfurt am Main. Im Haus der Wirtschaft Hessen wählte die Jury heute die Sieger im Innovationswettbewerb „M+Eine Zukunft“ von Hessenmetall. In den vier Wettbewerbskategorien waren die Teams von Fritz Winter Eisengießerei aus Stadtallendorf, horizont group aus Korbach, Continental Automotive aus Bebra und Schenck Process Europe aus Darmstadt erfolgreich. Beeindruckt zeigte sich Dirk Pollert, Juryvorsitzender und Hauptgeschäftsführer von HESSENMETALL, davon, wie genau die Jüngsten in den Firmen schon ihre Unternehmen analysieren und Entwicklungspotenziale entdecken. „Sie haben viel Zeit und Arbeit in perfekte Innovationsvorschläge gesteckt und die Courage gehabt, sie mutig zu präsentieren. Denn als `Neuer´ in der Firma tut man sich oft schwer mit Verbesserungsvorschlägen“, lobte er den Nachwuchs.


Pollert stellte fest, dass alle Teams ganz besondere Leistungen gezeigt und bei vielen Ideen die aktuellen Herausforderungen im Bereich „Industrie 4.0“ bereits Eingang gefunden hatten. „Unsere Industrie ist darauf angewiesen in immer kürzeren Zyklen neue Produkte zu entwickeln und mit modernen Dienstleistungen zu verknüpfen. Das schaffen wir nur, weil wir modernste Technik einsetzen, aber vor allem, weil diese von den besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angewendet wird. Weil die Facharbeiter und Ingenieure, aber auch die Angestellten in der Verwaltung, das Unternehmen als Ganzes immer wieder voran bringen.“ So hielten wir das Qualitätsniveau `Made in Germany´, für das unsere Kunden die Preise zahlen, die wir auf Grund der vergleichsweise hohen Lohn- und Standortkosten ansetzen müssen. Deshalb seien Vorgesetzte und Kollegen in den Unternehmen klug, wenn sie die Ideen dieses besten Nachwuchses für die beste Industrie ernst nähmen.


Kategorie „Administration und Personalmanagement“

Sieger in der Kategorie „Administration und Personalmanagement“ ist das Team der Fritz Winter Eisengießerei GmbH & Co. KG aus Stadtallendorf. Bei ihrem Projekt „Ohne Ernst sicher kein SpASs“ ging es den Auszubildenden Andreas Scholz, Sebastian Paech, Niclas Faust und ihrem Ausbilder Vincent Schmerberg um die attraktive Vermittlung von Wissen bei dem wichtigen Thema „Sicherheit am Arbeitsplatz“. Modern, ansprechend, unterhaltsam und von hoher Qualität ist die Erstunterweisung mit vielen optischen Effekten und passenden Kommentaren gestaltet. Dazu entwickelten die angehenden Mechatroniker einen Film, der mit klaren Bildern notwendige Sicherheitsinformationen mit unterhaltsamen Sequenzen verbindet. So werden die Mitarbeiter für Gefährdungen sensibilisiert und über Präventionsmaßnahmen informiert - speziell abgestimmt auf die Bedingungen bei Fritz Winter. Das Team überzeugte die Jury mit ihrem komplett selbstgedrehten und handwerklich sehr gut umgesetzten Arbeitssicherheitsfilm, der inzwischen in allen Bereichen systematisch geschult wird. Die digitale Vernetzung stellt Transparenz her und zeigt den Transfer in die betriebliche Nutzung: Ein erster Schritt auf dem Weg zu einem Konzept „Arbeitssicherheit 4.0“.


Produktionsablauf und Logistik

In der Kategorie „Produktionsablauf und Logistik“ schaffte es das Team von der horizont group gmbh aus Korbach mit dem Projekt „Mensch-Roboter - Kollaboration in der Endmontage“. Die Auszubildenden Steffen Schüttler, Christian Haferkorn, Simon Schulz und Ausbilder Guido Kersting wollen die Fertigung in der Agrartechnik, speziell die Produktion von Weidezaungeräten, ergonomischer und wirtschaftlicher gestalten. Bei einer Kollaboration arbeiten Mensch und Roboter Hand in Hand: Der Mensch steuert und überwacht die Produktion und der Roboter übernimmt die körperlich anstrengenden oder langweiligen Arbeiten – in diesem Fall das Einschäumen von Dichtungen in die Gehäuse der Weidezaungeräte. Neben der Verbesserung der Ergonomie für die Beschäftigten erzielte das Team eine Steigerung der Produktivität und gleichbleibende Produktqualität - ohne Arbeitsplatzabbau, sondern zum Job-Enrichment. Diese klassische Prozessinnovation, bei der eintönige Produktionsschritte vom Roboter, die Endmontage aber parallel vom Menschen übernommen wird, überzeugte am Ende auch die Jury. Neben der nachweislichen Kosten- und Zeitersparnis wurde die „gelungen digitale Transformation bei der Fertigung rund um Weidezäune“ gelobt.


„Einzelne Produkte und Dienstleistungen“

In der Kategorie „Einzelne Produkte und Dienstleistungen“ setzte sich das Team der Continental Automotive GmbH aus Bebra durch. Die Azubis Daniel Mertens, Yannik Günther, Simon Stobbe, Stefan Löwen und ihr Ausbilder Reiner Hilmes ersetzten das „Schwarze Brett“ durch ein modifiziert elektronisches. Das Team entwarf zunächst ein geeignetes Gestell für Touchscreen und Rechner, die zusammen das digitale Schwarze Brett bilden. Die Vielzahl der Informationen wurde gesammelt und strukturiert, um sie über ein Menü schnell abrufen zu können. Inzwischen wurde das Produkt anderen Standorten und Unternehmen zum Kauf angeboten und soll an weiteren Standorten im Unternehmen zur Mitarbeiterinformation eingesetzt werden. Gerade dieser unternehmerische Aspekt begeisterte die Jury sofort: „Die Idee einer internen und externen Vermarktung des selbst hergestellten Produktes überzeugt ebenso wie das ansprechende Design. Das Board bietet außerdem weitere Einsatzmöglichkeiten über die Ausbildungsabteilung des Unternehmens hinaus und verfügt über eine zukunftsfähige Konnektivität zu den Aspekten der Industrie 4.0.“


Dual Studierende
In der Kategorie „Dual Studierende“ siegte Schenck Process Europe GmbH aus Darmstadt mit dem Projekt „Schenck Process becomes smart and sexy“. Jan Krall, angehender Mechatronik-Ingenieur (Duales Studium), hat das „future lab“ bei Schenck Process gegründet. Begleitet wurde er von Ausbildungsleiterin Angela Metzger. Im future lab geht es darum, Kompetenzen aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenzuführen, kreative Ideen zu entwickeln, konsequent weiterzudenken und die Ideen zügig in die Tat umzusetzen. Das future lab ist aber noch mehr: Es ist eine Bewegung und der Beginn einer neuen zukunftsweisenden und modernen Kultur bei Schenck Process, die immer den Nutzen für den Kunden in den Vordergrund stellt. So werden mit der Einrichtung eines future lab traditionelle Strukturen eines Maschinenbauers aufgebrochen und eine neue smart-Denke hält Einzug ins Unternehmen und hat als erstes Produkt eine App entwickelt, die auf simple Weise die Kontrolle einer Maschine beim Kunden erlaubt.
Die Jury zeigte sich beeindruckt von diesem wegweisenden Ansatz in den Kulturwandel der digitalen Transformation und der kurzen „Time-To.Market“, von nur drei Monaten bis zur marktreifen App für eine elektronische Zustandsmessung von Siebmaschinen.

Hintergrund: Impulsgeber für die Industrie
Der Wettbewerb „M+Eine Zukunft“ wird jährlich von HESSENMETALL ausgerichtet, um das Innovationspotential und die Kreativität von hessischen Nachwuchskräften zu fördern. 75 Jugendliche, Azubis und dual Studierende in 25 Teams aus 20 Mitgliedsunternehmen hatten sich in diesem Jahr beteiligt. Der Wettbewerb bietet eine Plattform, um die besten Ideen in Hessens größter Industrie dem Fachpublikum zu präsentieren und damit auch kreative Impulse in die Unternehmen zu tragen.

Die Jury bildeten:
Vorsitzender Dirk Pollert (Hauptgeschäftsführer HESSENMETALL), Jörg Froharth (Universität Kassel), Dipl.-Ing. Tim Hettesheimer (Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung Karlsruhe), Bernd Kistner (Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung), Prof. Dr. Jens Hoßfeld (Wissenschaftliches Zentrum Duales Hochschulstudium Wetzlar) und Jacqueline Vogt (F.A.Z./Rhein-Main-Redaktion).

Bitte richten Sie Ihre Fragen an:
Dr. Ulrich Kirsch
Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen e. V. (HESSENMETALL)
Telefon: 069 95808-150, Mobil: 0172 7120373, E-Mail: ukirsch@hessenmetall.de


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